Kaum etwas ist für eine gelungene Wein-Session derart von Bedeutung wie die richtige Trinktemperatur. Egal, wie hochwertig der ausgewählte Tropfen auch sein mag, wie gut man ihn mit dem passenden Dinner kombiniert oder welche Vorbereitungen man sonst getroffen hat – all diese Bemühungen sind vergeblich, wenn es dann ans probieren geht und der Wein zu kalt oder zu warm serviert wurde. Aus genau diesem Grund haben wir in diesem Artikel die wichtigsten Informationen rund um das Thema der perfekten Trinktemperatur von Wein auf einem Blick zusammengefasst. Somit kann dem nächsten gemütlichen Weinabend nichts mehr im Wege stehen!

Die Trinktemperatur von Wein richtig messen

Der erste Schritt zu einem gut temperierten Wein ist natürlich überhaupt erst einmal seine Temperatur feststellen zu können, damit man ihn am Ende nicht zu viel oder zu wenig kühlt. Dazu ist es aber nicht unbedingt nötig, sich einen teuren Weinkühlschrank ins Haus zu holen, es reichen bereits einige kleine Tricks. Rotwein wird beispielsweise rund 20 Minuten vor dem Servieren in den Kühlschrank gestellt, im Hochsommer auch gerne mal ein wenig länger, während Riesling über längere Zeit dort abgestellt wird und dann eine Viertelstunde vor dem Anrichten herausgenommen werden sollte. Wer dann noch ganz genau wissen möchte, welche Temperatur der Rebensaft angenommen hat, der kann dies mittels eines Weinthermometers tun, das man einfach in die geöffnete Flasche steckt.
Sollten Sie nur wenig Zeit haben, gibt es auch noch einige Möglichkeiten einen warmen Wein schnell zu kühlen oder einen kühlen schnell wärmer zu bekommen. Einen noch zu kühlen Rotwein aus dem Keller kann man beispielsweise mit einem lauwarmen Bad rasch ein paar Grad wärmer bekommen, während sich ein zu warmer Wein in kurzer Zeit durch ein Bad in einem Behälter mit kaltem Wasser, Eis und Salz herunterkühlt. Ebenso helfen auch Weinmanschetten, die man in der Kühltruhe lagern und bei Bedarf dann über die Flasche ziehen kann.

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Kühler – jedoch nicht kalter – Weißwein, Schaumwein und Rosé

Oftmals wird sowohl bei Weißwein, als auch bei Rosé und Schaumwein der Fehler gemacht, sie zu kalt zu servieren. Dieses Vorgehen kann allerdings schnell fatal werden, denn bei sehr niedrigen Temperaturen büßt auch der beste Weißwein viel von seinem aromatischen Potential und der Säure ein. Daher ist es auch hier wichtig, die richtige Temperatur zu kennen. Allgemein werden diese Weinsorten schon kühler getrunken als die Rotweine. Je jünger, leichter und fruchtbetonter ein Tropfen ist, desto weniger Wärme sollte er ausgesetzt sein. Bei einem jungen, trockenen Weißwein eignen sich 9 bis 11 Grad Celsius am besten, während würzige und aromenreiche Sorten, wie etwa Sauvignon Blanc, ihr volles Potential bei 10 bis 12 Grad entfalten. Sollten Sie sich für einen Prosecco oder Champagner entschieden haben, so sollte dieser auf 6 bis 7 Grad gekühlt werden. Maximal sollten Weißwein, Schaumwein und Rosé bei 12 bis 14 Grad genossen werden, mehr würde ihnen nicht gut tun.

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Rotwein bei Zimmertemperatur?

„Rotwein trinkt man bei Zimmertemperatur!“
Diesen Satz werden Sie sicher auch bereits mindestens einmal gehört haben. Doch stimmt das auch? Tatsächlich stammt diese Faustregel noch aus Zeiten, in denen es noch keine moderne Beheizung gab und die Räume dementsprechend im Schnitt eine Temperatur von 16 bis 18 Grad Celsius hatten. Daher lässt sie sich nicht mehr so ganz auf die heutige Zeit übertragen, denn bei uns beträgt die Zimmertemperatur etwa 20 bis 22 Grad Celsius – eine Temperatur bei der man keinen Wein jemals servieren sollte! Einen kraftvollen Tropfen kann man am besten bei 18 oder maximal 19 Grad Celsius genießen, die meisten anderen Rotweine entfalten ihr volles Potential allerdings eher bei 16 bis 18 Grad Celsius. Handelt es sich um einen eher leichten Rotwein, so kann dieser auch gerne mal bei 14 bis 16 Grad getrunken werden und junge, fruchtige Exemplare schmecken bei 12 bis 14 Grad am besten.

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