Bis heute halten sich viele Mythen und weit verbreitete Fehlinformationen rund um Wein sehr hartnäckig und können dem einen oder anderen Weinliebhaber den Genuss seines edlen Tropfens vermiesen, ohne dass dieser das überhaupt bemerkt. Daher haben wir für Sie einmal die größten Wein-Irrtümer aufgelöst!

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Wein mit Schraubverschluss ist minderwertig

Diese Annahme hält sich bis heute sehr hartnäckig, ist aber absolut falsch. Der Verschluss sagt absolut nichts über die Qualität des Weines aus. Viel eher ist es so, dass viele Winzer aus Traditionsbewusstsein oftmals noch immer Korken verwenden, oder auch weil sie selbst dem alten Irrglauben unterlegen sind. Im Gegenteil ist es eher so, dass Kork oftmals den Wein verderben kann, während das bei Schraubverschlüssen nicht möglich ist. Man kann also nicht davon sprechen, dass eine Verschlussart für mehr Qualität spricht, aber davon, dass eine die Qualität besser erhält.

Korkfehler verschwinden mit der Zeit

Auch dieser Mythos ist nicht wahr – leider! Den Wein zu dekantieren oder atmen zu lassen mindert das verkorkte Aroma nicht, sondern verstärkt es. Anders sieht die Lage allerdings aus, wenn der Wein einen muffigen Eindruck macht. In diesem Fall kann sich das Dekantieren doch lohnen.

Rotwein sollte bei Zimmertemperatur getrunken werden

Ein wahrer Klassiker der Wein-Irrtümer! An sich ist es nicht ganz falsch, dass Rotwein nicht allzu kühl serviert werden sollte, damit sich sein volles aromatisches Potential entfalten kann. Allerdings kann es auch nach hinten losgehen, Rotwein allzu warm genießen zu wollen, denn mit einer zu hohen Temperatur wird der Alkohol im Geschmack um einiges präsenter. Eine Temperatur von 18 Grad Celsius sollte daher nicht überstiegen werden.

Wein wird mit zunehmenden Alter immer besser

Das lässt sich so pauschal leider nicht beantworten, denn ob ein Wein mit dem Alter besser wird kommt ganz auf seine Qualität an. Ein einfacher Wein sollte innerhalb von 2 Jahren getrunken werden, während seine hochwertigeren Kollegen eher an Trinkgenuss einbüßen, wenn man es zu eilig hat sie genießen zu wollen.

Süße Weine sind von geringerer Qualität als trockene Weine

Der Ursprung für dieses Vorurteil lässt sich auf die Jahre des Wirtschaftswunders zurückführen, in denen in Massen simple Weine mit großen Mengen an Süßreserve hergestellt wurden und die schnell Kopfschmerzen verursachten. Dadurch hält sich bis heute hartnäckig das Gerücht, süßer Wein wäre gleichzusetzen mit minderwertigem, was keinesfalls der Wahrheit entspricht, im Gegenteil! Gute, süße Weine haben eine einzigartige Aromenvielfalt, Komplexität und zählen auch preislich nicht gerade zu den Leichtgewichten.

Nur junger Weißwein ist auch guter Weißwein

Jedes Jahr aufs Neue verlangt der Markt ab Anfang Herbst nach jungem Weißwein des aktuellen Jahrganges, ganz gleich ob dieser nun überhaupt gut war oder eben nicht. Viele Weinliebhaber sind auf den Mythos hereingefallen, ein guter Weißwein müsse zwangsläufig jung sein. Dabei wird vollkommen außen vor gelassen, dass es zahlreiche Sorten gibt, die ihr wahres Potential erst nach einigen Jahren der Lagerung entfalten und bei zu frühem Öffnen einen Großteil ihrer aromatischen Vielfalt einbüßen müssen. Gerade für einen beachtlichen Satz der Silvaner und Rieslinge gilt, ihnen lieber ein wenig mehr Zeit zu geben, ehe man sie bei einem gemütlichen Weinabend genießt.

Rosé wird aus Weißwein und Rotwein gemischt

Dieses Gerücht hält sich vermutlich deswegen so hartnäckig, weil bei dem Mischen von Weiß- und Rotwein tatsächlich eine rosa Farbe entsteht, der Rosé wird allerdings ganz anders hergestellt und hat nichts mit diesem Gerücht auf sich. Dieser wird nämlich aus Rotweintrauben gewonnen und lediglich früher von den Schalen getrennt als der Rotwein, wodurch nur eine leicht rötliche Farbe übrigleibt. Damit reiht sich auch dieser Mythos in die Liga der großen Wein-Irrtümer ein!

 

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